
Es gibt Momente, die fühlen sich nicht echt an.
Du stehst in einem Stadion. Vor dir warten [Platzhalter: Anzahl] Kinder. Hinter dir öffnet sich gleich das Tor, durch das sonst der 1. FC Köln aufs Spielfeld läuft.
Neben dir klopft dir Henning Krautmacher auf die Schulter, lächelt und sagt:
„Toi toi toi. Hab ganz viel Spaß.“
Und obwohl ich vor meinen Auftritten eigentlich kaum noch nervös bin, wurde mir in diesem Moment plötzlich doch ein bisschen anders.
Normalerweise mache ich mir höchstens Gedanken darüber, ob die Technik funktioniert oder irgendwo ein Mikrofon streikt. Aber das hier war dann doch eine Nummer größer.
Manchmal zahlen sich viele kleine Schritte eben doch aus
Zu diesem Auftritt bin ich übrigens nicht durch eine Bewerbung gekommen.
Die Anfrage kam über den KreisSportBund Düren. Dort durfte ich vor zwei Jahren auf einem Sommerfest spielen. Im vergangenen Jahr waren Lucy und ich dann schon bei der Eröffnung des MOBI-Containers am Rudolfplatz dabei.
Und genau daraus ist irgendwann diese Chance entstanden. Und genau das ist es, was ich immer wieder hoffe:
Die schönsten Chancen entstehen nicht nur dadurch, dass man sich ständig neu bewirbt. Sondern dadurch, dass Menschen sich an einen erinnern.
Deshalb lohnt es sich, dranzubleiben. Auch wenn vieles Zeit braucht. Auch wenn nicht jeder Auftritt sofort etwas Großes nach sich zieht. Manchmal merkt man erst Jahre später, wohin einen die vielen kleinen Schritte eigentlich geführt haben.
Ein Blick hinter die Kulissen
Mindestens genauso beeindruckend wie der Auftritt selbst war für mich alles, was davor passiert ist.
Backstage durfte ich erleben, wie unglaublich viele Menschen an so einer Veranstaltung mitwirken müssen. Technik, Organisation, Koordination, Moderation, Helferinnen und Helfer, Künstler uvm. – jeder hatte seinen Teil dazu beigetragen, damit am Ende alles funktioniert.
Ein Wow Moment für mich war auch die Begegnung mit Henning Krautmacher, den Räubern, einer meine liebsten Karnevalsbands und den Funky Marys. Obwohl wir mit unserem Kinderprogramm nur ein kleiner Teil des Tages waren, wurden wir unglaublich herzlich aufgenommen und durften einfach mittendrin sein.
Allein das war schon ein Erlebnis, das wir so schnell nicht wieder vergessen werde.
Kinderliedermacher im größten Kinderkonzert der Welt
Ganz ehrlich?
Wahrscheinlich träumt jeder Musiker davon, einmal im Leben in einer Arena oder einem Stadion aufzutreten.
Für Kinderliedermacher passiert so etwas allerdings eher selten. 😅
Umso unwirklicher fühlte es sich an, plötzlich Teil des größten Kinderkonzerts der Welt und gleichzeitig eines Weltrekordversuchs zu sein.
Allein dieser Gedanke ist für mich bis heute kaum zu glauben.

Und als dann plötzlich tausende Kinder mein Lied mitsangen
Und dann kam dieser Moment, als die Musik startete und die ersten Kinder mitsangen.
Und plötzlich kommt dir eine riesige Welle aus Stimmen entgegen die DEIN Lied singt.
Als [Platzhalter: Anzahl] Kinder gemeinsam „Menschen sind bunt“ gesungen haben, musste ich ehrlich gesagt kurz lachen. Es war emotional für mich und meine Tochter Lucy, die diesen Auftritt mit mir zusammen performend hat.
Dieses Gefühl kann man kaum beschreiben. Es war so laut. Und es war definitiv einer dieser Augenblicke, die man nie wieder vergisst.
Worum ging es bei MOBI eigentlich?
So besonders dieser Auftritt für mich auch war – im Mittelpunkt stand etwas viel Wichtigeres.
Mit dem Weltrekord sollte auf ein Problem aufmerksam gemacht werden, das leider aktueller ist denn je:
Immer mehr Kinder können nicht sicher schwimmen.
Um genau zu sein, jedes fünfte Grundschulkind in Deutschland.
Gründe dafür gibt es viele. Es fehlen Wasserflächen, Schwimmkurse sind oft über Monate ausgebucht oder für manche Familien kaum bezahlbar. Gleichzeitig gibt es Eltern, die selbst nie schwimmen gelernt haben und ihren Kindern diese Erfahrung deshalb nur schwer weitergeben können.
Genau hier setzt MOBI an.
MOBI ist ein mobiles Schwimmbad, das direkt dorthin kommt, wo Menschen leben – auf Schulhöfe, in Stadtteile und Quartiere. So entstehen zusätzliche Möglichkeiten, Schwimmen zu lernen, ohne lange Wege oder fehlende Schwimmbäder als Hürde. Das Projekt versteht sich dabei bewusst als Ergänzung zu bestehenden Schwimmbädern und möchte möglichst
Der Weltrekordversuch sollte deshalb nicht nur begeistern, sondern vor allem Aufmerksamkeit schaffen. Denn Schwimmen ist weit mehr als nur ein Hobby oder eine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine Fähigkeit, die im Ernstfall Leben retten kann. Gerade jetzt, wo im Sommer leider immer wieder von Badeunfällen und tragischen Unglücken berichtet wird, wird deutlich, wie wichtig dieses Thema ist. Vielleicht trägt genau diese Aktion dazu bei, dass mehr Menschen hinschauen, darüber sprechen und sich langfristig auch in Gesellschaft und Politik etwas bewegt.
👉 Mehr Informationen zu MOBI:
https://schwimm-mit-mobi.de/
Mehr als nur Unterhaltung
Wenn Musik dabei helfen kann, Menschen auf so ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen, dann hat sie an diesem Tag genau das getan, was sie im besten Fall immer tun sollte:
Menschen verbinden. Gefühle wecken. Und etwas bewegen.
Ich wünsche mir, dass Kinderliedermusik den Stellenwert bekommt, den sie verdient. Dass sie nicht nur als „Trallala und Heititei“ gesehen wird, sondern als etwas, das Kinder stärkt, Familien verbindet und manchmal sogar dazu beitragen kann, gesellschaftlich wichtige Themen sichtbar zu machen.
Denn wenn Kindermusik es schafft, dass tausende Kinder gemeinsam singen, lachen und gleichzeitig auf ein Thema aufmerksam werden, das im schlimmsten Fall Leben retten kann, dann zeigt das für mich, dass Kinderliedermusik so viel mehr sein kann, als viele Menschen ihr manchmal zutrauen.
Und genau deshalb stehe ich jedes Wochenende mit voller Überzeugung auf einer Bühne.
Einfach nur dankbar
Wenn mir vor ein paar Jahren jemand erzählt hätte, dass ich einmal mit meinen eigenen Kinderliedern im RheinEnergieSTADION stehen würde, hätte ich wahrscheinlich nur laut gelacht.
Und jetzt? Jetzt schaue ich einfach mit ganz viel Dankbarkeit auf diesen Tag zurück.
Dankbar für jede einzelne Bühne, auf der ich in den letzten Jahren stehen durfte. Dankbar für alle Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Und dankbar dafür, dass Musik manchmal Türen öffnet, mit denen man selbst nie gerechnet hätte.
Denn am Ende sind es doch genau diese Momente, die einem zeigen, warum sich all die Mühe, Absagen und die langen Autofahrten, die Stunden Tonstudio, die Zweifel und die vielen, vielen kleinen Schritte gelohnt haben.
Und vielleicht ist genau das die größte Erkenntnis, die ich von diesem Tag mitnehme:
Man weiß nie, wohin einen der nächste kleine Schritt einmal führen wird.





