Manchmal sitze ich spätabends noch am Laptop und frage mich ehrlich:
Warum mache ich das eigentlich alles?
Dann ist es längst dunkel draußen, irgendwo lädt noch ein Video hoch und eigentlich müsste ich schon schlafen, weil am nächsten Morgen nunmal auch wieder Alltag wartet. Aber stattdessen beantworte ich noch Mails, Suche Veranstaltungen und deren Organisatoren raus, plane ein Konzert, tüftel an neunen Ideen oder Einnahmemöglichkeiten, schneide Videos oder versuche herauszufinden, warum ein Beitrag diesmal kaum noch Reichweite bekommt während ein anderer so gut funktioniert hat.
Es ist logisch, dass viele von außen oft nur einen kleinen Teil von dem sehen, was hinter „Maikes Rappelkiste“ eigentlich steckt.
Da ist ein Konzert, das am Ende vielleicht nur 60 Minuten dauert. Ein Song mit drei Minuten Laufzeit. Ein Reel auf Instagram oder ein YouTube-Video von ein paar Minuten.
Von außen wirkt das manchmal schnell wie:
„Ach, die macht halt ein bisschen Musik.“
„Ein paar Videos für Social Media.“
„Ist doch irgendwie auch ein Hobby.“ Macht ja Spaß. Und sonst ist Maike den ganzen Tag zu Hause und hat nichts zu tun.
Und ja – natürlich liebe ich Musik. Sonst würde ich das alles wohl nicht machen. Aber was man dabei oft nicht sieht, sind die vielen Stunden davor und danach. Songs schreiben, Ideen entwickeln, Texte überarbeiten, Videos drehen und schneiden, Technik vorbereiten, proben, organisieren, Social Media, Webseitenpflege, Mails, Booking, Auf- und Abbau, Fahrerei, Presse- und PR-Arbeit und vieles, vieles mehr!
Und dabei gleichzeitig irgendwie noch Mama, Familienmensch, Freundin und ganz manchmal auch einfach mal nur „Maike“ sein.
In der Regel steckt hinter einem einzigen Konzert oder einem kurzen Video deutlich mehr Arbeit, als viele vermutlich vermuten würden.
Und dann die Akquise… Das ist ehrlich gesagt etwas, das mich bis heute manchmal Überwindung kostet. Sich selbst und die eigene Kunst als „Produkt“ verkaufen zu müssen, fühlt sich manchmal echt seltsam an. Vor allem dann, wenn hinter all dem eben nicht einfach nur Content steckt, sondern etwas sehr Persönliches.
Und bitte immer am Puls der Zeit bleiben
Diese Welt verändert sich ständig und ich muss mich gefühlt permanent neu erfinden. Was gestern noch funktioniert hat, interessiert morgen vielleicht schon niemanden mehr. Plattformen verändern sich, Algorithmen ändern sich und plötzlich hat man das Gefühl, ständig mithalten zu müssen, obwohl man eigentlich einfach nur Musik machen wollte.
Und trotzdem versuche ich immer, mir selbst treu zu bleiben.
Denn Musik für Kinder bedeutet für mich nicht einfach nur ein bisschen „Stampfen und Springen“. Ich möchte Musik erschaffen, die sich echt anfühlt. Songs, die modern sein dürfen, emotional, laut, lustig oder auch mal nachdenklich – aber eben Musik, die Kinder ernst nimmt. Ich mache da ehrlich gesagt keinen Unterschied zu Produktionen für Erwachsene.
Und genau deshalb trifft es mich wahrscheinlich auch so persönlich, wenn ich das Gefühl habe, gegen Dinge anzukämpfen, die man kaum beeinflussen kann. Gegen Algorithmen. Gegen die Geschwindigkeit sozialer Medien. Gegen den ständigen Druck sichtbar bleiben zu müssen. Gegen eine Welt, in der täglich tausende neue Inhalte erscheinen und man zu recht manchmal Angst hat, einfach irgendwo dazwischen verloren zu gehen.
Und ja, natürlich gibt es Momente, in denen ich denke:
Vielleicht wäre ein „normalerer“ Weg leichter. Planbarer. Ruhiger. Und vor allem sicherer.
Und dennoch
Aber dann passiert plötzlich wieder irgendetwas, das alles relativiert. Eine Fanpost von Kindern…
Eine liebe Mail von Eltern oder Erzieherinnen, die mich live erlebt haben und einfach Danke sagen. Kinder, die meine Texte mitsingen. Menschen, die meine Musik teilen, mich markieren oder schreiben:
„Warum kennen eigentlich noch nicht viel mehr Menschen deine Songs?“
Und genau solche Dinge bedeuten mir wahrscheinlich mehr, als viele denken und die mich antreiben!
Und eine Sache ist mir aus den letzten Jahren tatsächlich besonders hängen geblieben:
Erfolg ist eine Wellenbewegung! Genau wie das Glück. Ohne die schwierigen Phasen würden wir die schönen Momente wahrscheinlich gar nicht mehr richtig wahrnehmen oder feiern können. Und vielleicht ist genau das inzwischen mein Blick darauf geworden. Dieses Vertrauen, dass irgendwie immer wieder alles gut wird. Vielleicht nicht immer sofort. Vielleicht nicht immer genau so, wie man es geplant hatte. Aber irgendwie schon gut.
Trotz aller Zweifel habe ich immer noch dieses tiefe Gefühl, dass Musik etwas Besonderes sein kann. Auch oder gerade für Kinder. Nicht nur „Hintergrundgeräusch“ oder schnelle Unterhaltung. Sondern etwas, das verbindet, erinnert, bewegt und manchmal sogar genau die Dinge ausdrückt, für die einem selbst gerade die Worte fehlen.
Deshalb mache ich das alles❣️




