🎬 Die Idee zu meinem YouTube-Kanal für Kinder – und was daraus geworden ist

🎬 Die Idee zu meinem YouTube-Kanal für Kinder – und was daraus geworden ist

Es gab eine Zeit, da wusste ich ziemlich genau, was ich wollte – nur nicht, wie ich da hinkomme.

Ich war gerade am Ende meiner Schauspielausbildung, habe schon erste Erfahrungen vor der Kamera gesammelt und gleichzeitig längst mit Kindern gearbeitet. Die Erzieherin in mir und die fast fertige Schauspielerin kamen in dieser Phase ganz automatisch zusammen. Ich wollte unbedingt in einem Format für Kinder arbeiten – so etwas wie Die Sendung mit der Maus, Die Sendung mit dem Elefanten oder Anna und die wilden Tiere. Formate, die Kinder ernst nehmen, ihnen etwas mitgeben und trotzdem leicht und spielerisch bleiben.

Das Problem war nur: An solche Produktionen kommt man nicht einfach ran. Castings, Kontakte, Strukturen – das alles wirkte damals ziemlich aussichtslos für mich. Und obwohl ich so viele Ideen hatte, schien es fast unmöglich, dafür irgendwo eine Plattform zu bekommen.

Also stand irgendwann die Frage im Raum: weiter warten – oder selbst anfangen?


Einfach machen – auch wenn es noch nicht perfekt ist

Die Idee, einen eigenen YouTube-Kanal zu starten, kam tatsächlich durch meinen Mann. Sein Impuls war ziemlich klar: „Dann mach es doch einfach selbst.“

Und genau das habe ich gemacht.

Rückblickend kann ich sagen: Die ersten Videos waren alles andere als perfekt. Der Ton war nicht besonders gut, das Bild eher mittelmäßig, vom Licht ganz zu schweigen – und mit Themen wie Drehbuch oder Schnitt hatte ich damals noch überhaupt keine Erfahrung. Aber Ideen hatte ich jedenfalls genug – und vor allem diesen starken Wunsch, wirklich etwas Eigenes für Kinder auf die Beine zu stellen.


Von der Idee zum echten Format

Mit der Zeit – und mit viel Unterstützung von Menschen, die in einzelnen Bereichen deutlich mehr Erfahrung hatten als ich und dieses Wissen mit mir teilten – wurde aus diesen ersten Versuchen nach und nach ein richtiges Format.

Ein interaktiver Mitmachkanal für Kinder – mit Videos, die sich besonders gut für den Alltag zu Hause oder in der Kita eignen.Jeden Sonntag eine neue Folge!
Viele meiner Inhalte sind auch über YouTube Kids abrufbar – also in einer werbefreien und kindgerechten Umgebung!

Inhaltlich war das im Grunde genau das, was ich vorher täglich mit Kindern gemacht habe – nur eben vor der Kamera: Singen, Spiele, Basteln, kleine Geschichten, Rezepte, Bewegungsideen, Traumreisen, Fingerspiele, Kniereiter, Klang- und Bewegungsgeschichten. Dazu kamen feste Themen im Jahreskreis, kleine Rituale und immer wieder neue Ideen, die sich aus dem Alltag heraus entwickelt haben.

Mit der Zeit sind auch Figuren entstanden, die viele Kinder heute kennen und die mich auch Live auf der Bühne begleiten – der schüchterne Igel Titu oder die freche Fledermaus Freddy zum Beispiel. Und immer mal wieder gab es auch Besuch von außen: Ein Imker, der etwas über Wildbienen erzählt, ein Musikproduzent, der im Tonstudio ein neues Intro mit mir entwickelt hat. Oder eine Glückstrainerin für Kinder! Eben viele spannende Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, die ihre Themen mitgebracht haben.

Im Grunde war es eine bunte Mischung aus allem, was Kinder im Alltag bewegt – so, wie ich es aus der Kita kannte.


Fast sieben Jahre jede Woche

Die erste Folge erschien im November 2018, und bis 2025 kam tatsächlich jede Woche eine neue dazu. Wenn ich heute darauf zurückblicke, ist das schon ziemlich beeindruckend – wie viele Ideen in dieser Zeit entstanden sind, wie viele kleine Projekte daraus gewachsen sind und wie viel Herzblut in jede einzelne Folge geflossen ist. Gleichzeitig war es auch eine Entwicklung, die man so nur macht, wenn man einfach dranbleibt und sich Schritt für Schritt in neue Bereiche einarbeitet.


Warum sich etwas verändert hat

Man könnte jetzt denken, dass mir irgendwann einfach die Ideen ausgegangen sind – aber so ist es nicht.

Vielmehr hat sich meine Arbeit mit der Zeit verändert. Die Kindermusik hat immer mehr Raum eingenommen und ist heute ein zentraler Bestandteil von dem, was ich mache. Gleichzeitig haben sich auch die Bedingungen auf YouTube verändert, gerade im Bereich Kindercontent.

Durch gesetzliche Regelungen wie COPPA wurden viele Funktionen für Inhalte für Kinder stark eingeschränkt. Kommentare wurden deaktiviert, der Austausch mit der Community wurde schwieriger und auch die Möglichkeiten, mit solchen Inhalten Einnahmen zu generieren, sind deutlich zurückgegangen. Das bedeutet: weniger direkte Verbindung, weniger Interaktion – und gleichzeitig ein hoher zeitlicher Aufwand.


Eine Entscheidung, die nicht leicht war

Irgendwann musste ich mir also ganz ehrlich die Frage stellen, wie ich meine Zeit und meine Energie einsetzen möchte.

Die Antwort war allerdings alles andere als sofort klar. Ich habe mich tatsächlich fast zwei Jahre lang damit herumgequält, versucht alles parallel weiterzuführen und nichts wirklich loszulassen. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich so auf Dauer nicht weitermachen kann – und dass ich eine Entscheidung treffen muss, auch wenn sie mir nicht leichtfällt.

Heute liegt mein Fokus stärker auf meiner Musik, auf Songwriting, auf Live-Auftritten und auf dem direkten Erleben mit Kindern, was mir hinter der Kamera leider nicht möglich ist. Und genau da passiert für mich gerade unglaublich viel.


Und was bleibt?

Die Idee ist geblieben.

Ein Ort, an dem Kinder, Eltern und Erzieher Ideen finden – zum Mitmachen, Ausprobieren und für den Alltag.

Und wenn man ehrlich ist: Da steckt inzwischen richtig viel drin. Über 700 Videos für Kinder – mit Ideen zum Singen, Bewegen und Mitmachen für den Alltag zu Hause oder in der Kita. Gesammelt, Themen sortiert und jederzeit abrufbar. Und genau das macht den Kanal für mich bis heute so besonders. Ich habe mir damit etwas aufgebaut, das so groß geworden ist, wie es mir als Einzelperson möglich war – angefangen im Kinderzimmer meiner Tochter, mit einer Idee und ganz viel Ausprobieren. Darauf bin ich wirklich stolz. Und wer weiß: Wenn irgendwann doch mal jemand vom Kika oder WDR anklopft, würde ich wahrscheinlich nicht direkt
Nein sagen 😄