Warum ich angefangen habe, selbst Kindermusik zu machen

Ich habe ganz ehrlich schon immer gerne Kindermusik gehört – aber irgendwann hat mir das allein nicht mehr gereicht.

Schon als Erzieherin habe ich immer nach Musik gesucht, die ich selbst wirklich gerne höre, mitsinge und fühle. Nicht einfach nur Lieder, die „funktionieren“, sondern welche, die mich selbst abholen. Denn Kinder merken sofort, ob man etwas wirklich gerne macht oder einfach nur abspult.

Und vielleicht war das auch schon immer ein Teil von mir. Ich singe nämlich wirklich ständig – und überall. Für mich, beim Einkaufen, beim Hühnerfüttern (wobei ich mir da ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, ob sie das so feiern 😄). Und wenn ich mal nicht laut singe, dann läuft zumindest irgendwo ein Lied in meinem Kopf weiter.

Wer mich persönlich kennt, würde das wahrscheinlich sofort bestätigen. Mein älterer Bruder hat mich früher jedenfalls regelmäßig angepflaumt, ich solle endlich mal still sein.


Der Moment, der alles verändert hat

Eine ganz besondere Zeit für mich war die Zusammenarbeit mit dem Kinderliedermacher Uwe Reetz.

Dort habe ich zum ersten Mal so richtig erlebt, was es bedeutet, mit eigener Musik vor Kindern zu stehen. Zu sehen, wie sie reagieren, wie sie mitgehen, wie sie sich angesprochen fühlen – und vielleicht sogar ein kleines Stück davon mitnehmen.

Hier habe ich regelrecht gespürt, das kann und das will ich auch versuchen!


Kindermusik heute – zwischen Vielfalt und Algorithmus

Ohne irgendjemanden schlechtreden zu wollen: Es gibt mittlerweile unglaublich viel gute Kindermusik. In ganz verschiedenen Genres, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – und wirklich vielen tollen Künstlerinnen und Künstlern, die richtig starke Sachen machen.

Aber wenn man ehrlich ist, sieht man davon im Alltag oft nur einen kleinen Ausschnitt.

Wenn man bei YouTube oder auf Streamingplattformen nach Kindermusik sucht, landet man häufig bei den immer gleichen großen Namen und Produktionen. Der Algorithmus spielt vor allem das aus, was ohnehin schon groß ist.

Und da ist eben nicht nur hochwertige, liebevoll gemachte Musik dabei, sondern auch vieles, das ganz gezielt auf Reichweite, Klicks und Algorithmen ausgelegt ist. Und seit einiger Zeit kommt noch etwas Neues dazu: täglich veröffentlichte Inhalte, die komplett KI-generiert sind – sowohl musikalisch als auch visuell.

Das macht es für echte, handgemachte Musik nicht unbedingt leichter, sichtbar zu bleiben.


Mein Versuch – und ein bisschen Naivität

Ich hatte mir über die Jahre hinweg eine gewisse Reichweite auf YouTube aufgebaut und dachte irgendwann: Das muss doch funktionieren. Wenn so viele Kinder meine Videos schauen, dann freuen die sich vielleicht auch über meine Musik.

Das war zumindest meine Idee…

Heute würde ich sagen: Das war auch ein bisschen naiv. Denn als One-Woman-Show ohne großes Label im Hintergrund gegen große Produktionen und etablierte Namen anzukommen, ist einfach eine ganz andere Hausnummer.

Und irgendwann musste ich mir eingestehen: Der Weg ist ein anderer.


Warum mein Fokus heute auf Live liegt

Ich habe mein Mindset verändert statt mich zu ärgern oder hoffnungslos das Handtuch zu schmeissen.

Statt mich nur auf Plattformen zu verlassen, lege ich meinen Fokus immer mehr auf das, was ich selber direkt beeinflussen kann: Live-Momente.

Konzerte, bei denen ich sehe, wie Kinder reagieren. Wie Eltern plötzlich mitsingen. Wie aus vielen einzelnen Menschen ein gemeinsamer Moment entsteht. Denn hier merkt man sehr wohl, dass gute, ehrliche und handgemachte Kindermusik gesehen und vor allem geschätzt wird.


Und genau deshalb mache ich weiter

Vielleicht ist dieser Weg nicht immer der einfachste – da würde mir wahrscheinlich jede selbstständige Frau, jede Künstlerin und jede Mama zustimmen.

Aber er ist echt.

Und er ist genau ich, mit all meinen Facetten.

Und ich hoffe sehr, dass ich genau das noch ganz lange weiter machen darf.